Veränderung

Was soll ich sagen, ihr habt es bestimmt bereits mitbekommen.
Bei mir hat sich in letzter Zeit sehr viel getan und gefühlt verändert sich momentan einfach alles.
Also warum nicht mal anfangen etwas dazu zu schreiben und die Gedanken abdriften lassen?

Wo soll ich anfangen?
Nach meinem langen Urlaub im Juli und meiner dann folgenden OP habe ich erstmal eine Zwangspause eingelegt, die aber immer mehr ausgeartet ist.
Ich habe so gut wie gar nichts mehr auf Instagram gepostet und mich auch sonst sehr wenig blicken lassen.
Ich hatte nichts worüber ich schreiben wollte und da ich nichts gelesen habe konnte ich nicht mal schnell eine Rezension verfassen.
Bevor ich in diese Leseflaute gefallen bin hatte ich zwar ein paar Bücher – unter anderem auch Neuere – aber ich hatte einfach keine Lust irgendwas zu schreiben.
Ich habe mir mit meinem Blog und meiner Insta Seite einfach so viel vorgenommen, dass das alles einfach gar nicht mehr klappen konnte.
Und dann als ich wieder wollte hatte ich keine Zeit.
Wie das eben so ist.

Und jetzt bin ich tatsächlich ausgezogen.
Ich schreibe diesen Post von meiner neuen Wohnung in Gießen. Ich musste die tollste WG der Welt verlassen um in ein neues Abenteuer aufzubrechen. Mein Studium.
Nachdem im letzten Jahr so großartig rumgesessen habe und auch in der ersten Hälfte diesen Jahres nichts mit meinem Leben anzufangen wusste, habe ich mich jetzt doch für einen Studiengang entschieden.
Ernährungswissenschaften.
Jaja ich bin sehr gespannt wie das alles wird und ob ich es tatsächlich schaffe nebenher im Fernstudium kreatives Schreiben zu studieren.
Das ganze wäre jedenfalls ein Herzenswunsch von mir, denn wie ihr ja wisst schreibe ich eventuell ab und zu…… oder auch öfter mal.

 

Das ganze – Studium, Umzug… – bedeutet für mich natürlich eine große Veränderung in meinem Leben und ich muss ganz ehrlich sagen Veränderungen sind immer erstmal angsteinflößend.
Ich hatte nie vor für mein Studium wegzuziehen, aber die Wahl meines Studienganges hat mich dann dazu gezwungen.
Ich habe immer noch Angst davor wie es wird so weit weg von allen zu wohnen.
Zwar plane ich an den Wochenenden immer zu Hause zu sein, aber es wird einfach nicht mehr das Selbe sein. Ich bin nicht mehr offiziell in der WG und ich kann auch nicht einfach mal die Treppe runter um zu meiner kleinen Schwester oder meiner Mami zu kommen.
Das ganze liegt jetzt deutlich weiter entfernt.

Ich musste meine Sachen packen aus meinem Zimmer. Ich musste aus dem Haus gehen in dem ich seit exakt 12 Jahren wohne. DIeses Haus war und ist ALles für mich. Ich erinnere mich an nicht viel von vorher und daher ist dieses Haus meine pure Kindheit. Es gibt so viele schöne Dinge die ich damit verbinde und es schmerzt schon ein wenig das alles hinter sich zu lassen.

Wenn ich daran denke, was ich in diesem Haus alles erlebt habe, muss ich lächeln.
Meine Mutter hat dieses Haus aufgebaut. Sie hat einfach alles selbst gemacht, vom Kacheln des Bads über das Parkett im Wohnzimmer und dern Pool im Garten. Hier und da habe ich ihr geholfen – auch wenn ich immer trotzig war und nicht helfen wollte.
Meine Mama hat hier das schönste Haus aufgebaut, dass ich mir jemals hätte wünschen können.
Danke dafür!
Ich habe mir jahrelang ein Zimmer mit Juli meinem kleinen Schatz geteilt und in unserem Kinderparadies fand so mancher Streit statt, aber die Zeit mit ihr in einem Zimmer war mit Abstand die Beste.

Ich hätte nie gedacht, dass es mal einen Zeitpunkt in meinem Leben gibt, indem ich nicht mit Juli zusammenwohne oder so weit weg von ihr und meiner Mutter bin. Geschweige denn, dass dieser Zeitpunkt jetzt ist. Jetzt und heute.
Um ehrlich zu sein hat mir diese Erkenntnis solche Angst bereitet, dass ich vor zwei Tagen noch in den Armen meiner Mutter lag und ihr unter Tränen mitteilte, dass ich nicht gehen will und sie unheimlich vermissen werde.
Aber diese ganze Veränderung findet ja aus einem guten Grund statt.
Mein Studium. Meine Zukunft.
Ich versuche für mich herauszufinden wo ich stehe und was ich mal später werden will. Und dazu muss ich auch mal lernen alleine klar zu kommen und auf eigenen Beinen zu stehen.
Trotz der Entfernung weiß ich, dass ich immer auf die Unterstützung meiner Familie zählen kann und dafür liebe ich sie umso mehr.

 

Also man sieht Veränderung bedeutet so viel.
In erster Linie bedeutet Veränderung Angst. Angst vor dem Neuen was kommt.
Aber Veränderung bringt immer auch etwas Gutes mit sich.  Man lernt die Dinge die man jetzt nicht mehr hat wertschätzen und man lernt ebenso, dass es auch andere Wege gibt.
Denn sind wir mal ehrlich, den einen richtigen Weg gibt es einfach nicht.
MAn muss sich oft in neue und angsteinflößende Dinge stürzen um den richtigen Weg für sich zu finden.

Denn du musst immer folgendes bedenken:
Sei selbst die Veränderung, die du dir wünscht.