Flüchtlingsgedanken

Ich öffne meine Augen. Und schließe sie wieder.
nein. Das kann nicht real sein.
Ich öffne sie wieder, doch das Bild hat sich nicht geändert.
Hunderte von Gesichtern. Traurige Gesichter.
Doch wir verstehen sie nicht.
Aber diese Gesichter erzählen eine Geschichte.
Teilweise schwarze Gesichter zeugen davon, dass diese Menschen lange nicht mehr die Möglichkeiten hatten in einem Bad vor einem Spiegel zu stehen, um sich Sorgen darüber zu machen, wie sie heute aussehen. Ob sie sich nochmal das Gesicht waschen sollte.
Alles was sie noch besitzen tragen sie bei sich.
Ihre Kleidung, die sie am Körper tragen. Alt. Verschlissen. Nicht den Temperaturen entsprechend. Lange nicht gewaschen.
Das letzte Hab und Gut in einem kleinen Rucksack, den der Vater trägt.
Die Erinnerungen.
Auf dem Arm das kleine Kind.
Es schläft.
Es ist schon so viele Stunden gelaufen, schon so viele Monate auf der Flucht.
Dieses kleine und noch so zarte Gesicht sollte fröhlich sein. Wie andere Kinder auf der Straße spielen.
doch auch dieses Gesicht erzählt eine andere Geschichte.
Eine tragische Geschichte.
Zu Beginn der Flucht war diese Familie zu viert.
Nun sind noch 2 übrig.
Das Gesicht des Vaters sagt, es kann nicht mehr. Es kann dieser Last nicht standhalten.
Es musste Hals über Kopf seine Land verlassen. Innerhalb kürzester Zeit seine Familie retten. Mit dem ersparten der letzten Jahre.
Dieses Gesicht möchte nicht mehr dagegen ankämpfen. Gegen die Bilder die es in jeder ruhigen Minute verfolgen.
Die Bilder, wie die Liebe seines Lebens und ihre 2 jähriger Tochter über Bord fallen und in den Fluten ertrinken. Jede Nacht wenn er seine Augen schließt überkommen ihn diese Bilder. Der Einzige Grund warum er diesen Bildern noch nicht erlegen ist, schläft jede Nacht unruhig in seinen Armen. Dieser Grund hat die gleichen Bilder gesehen, doch ist noch zu klein um wirklich zu verstehen, was gerade in seinem Leben passiert.
Zu klein um zu verstehen, dass Mami ihm nie wieder sein Gute Nachtlied vorsingen wird. Das er nie wieder mit seiner Schwester Kreidekunstwerke auf die Straße zaubern wird.
Das er nie wieder die lieblichen Stimmen hören kann.
Beide Gesichter haben nur noch sich selbst.
Alles Glück wurde diesen Mensche genommen.
Aber ich vergaß. Es sind nur Schmarotzer die unser System ausnutzen wollen.

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