Mein 2016 – Jahrerückblick

Ich habe mich gefragt, was ich als nächstes auf meinen Blog online stellen sollte. Ich habe lange überlegt, ob ich schnell eine weitere Rezi online stelle oder oder.
Aber dann dachte ich mir was bietet sich am Ende des Jahres an, als mein persönlicher Jahresrückblick.

Ich meine, ich weiß nicht ob es wirklich so viele interessiert wie mein Jahr ausgesehen hat und wie ich darüber denke, aber ich denke selbst wenn es keiner liest und ich es nur für mich schreibe hat es mir schon auf jeden Fall etwas gebracht.

Fangen wir doch einfach am Anfang des Jahres an.
Ich bin ganz ehrlich ich weiß nicht mehr wo oder bei wem ich Silvester verbracht habe.
Aber was ich weiß, ist dass meine kleine Schwester und ich danach eine Woche sturmfrei hatten weil meine Mama im Urlaub waren.

Ich habe die meiste Zeit genutzt um weiter fürs Abi zu lernen, aber natürlich konnten wir es uns nicht nehmen lassen an einem Tag auch Freunde zu uns einzuladen.
Aber wir haben ganz langweilig nichts angestellt, sondern Raclette gemacht und dann Brettspiele gespielt. -Ich finde es immer wieder amüsant wie viele Chancen ich schon hatte Mist zu bauen, aber weder meine kleine Schwester noch ich hatte da Lust drauf-

Eigentlich standen die ersten drei Monate meines Jahres unter dem Motto schriftliche Abiturprüfungen.
Ich habe meine anderen Aktivitäten auf ein Minimum reduziert und sehr viel gelernt.
Naja….sehr viel gelernt wäre gelogen.
Ich sollte eigentlich lernen, habe mich dann aber doch eher verkrochen und gelesen oder Greys Anatomy geschaut.
Rückblickend erklärt das ein paar meiner Noten, aber ich bin ganz ehrlich ich bereue NICHTS.

Ich habe bei so vielen Leuten aus meinem Jahrgang gesehen, wie sie jeden Tag von morgens bis abends nichts anderes gemacht haben als zu lernen und sich verrückt zu machen, aber das ist ziemlich kontraproduktiv.
Ich bin von Anfang an ziemlich entspannt ans Abitur rangegangen.
Ich wusste, dass ich nie sonderlich schlecht war – trotz meines unterdurchschnittlichen Engagements für ein paar Fächer die mich naja…eher weniger interessiert haben – Ich meine Hausaufgaben habe ich so gut wie nie gemacht und auch sonst habe ich immer nur das gemacht was ich interessiert hat.

Ich war zwar immer verplant durch Musicals, Schulsprecherkram und alles andere, aber Schule kam bei mir eindeutig nicht an erster Stelle…

Ich hatte von Anfang an aber auch nichts auf das ich hinarbeiten wollte.
Wenn ich meine kleine Schwester als Beispiel nehme, die weiß, dass sie Medizin studieren will und daher überall alles gibt.
Ich weiß immernoch nicht was ich später mal studieren will, bzw. ob ich überhaupt studieren will.

Ich erinnere mich noch ganz genau an eine Szene kurz vor und während meines Chemie Abiturs.
Ich hatte Chemie LK daher war die Note sehr wichtig.
Wir saßen in der großen Aula, alle noch auf ein bis zwei Tischen und haben uns unterhalten.
Etwa 75% der Leute waren total am stressen und haben versucht noch schnell ein paar Sachen zu lernen und sich gegenseitig zu erklären.
Ich saß mit dem Rest an einem anderen Tisch und habe mich über Sachen wie das Männerbalett beim Abiball geredet.
Kann sein, dass das jetzt böse klingt….aber ratet wer die besten Noten geschrieben hat….
Es waren sicher nicht die, die sich den Kopf so zugehauen haben, dass sie viel zu viel unter Stress standen und dem Druck nicht standhalten konnten.

Ich weiß es ist ein bisschen dreist, aber im ganzen Jahrgang haben nur ich und ein Kumpel Musik Abi geschrieben und unser lernen dafür sah folgendermaßen aus.
Ich bin am Sonntag vor der Prüfung (Montag war Prüfung) zu ihm gefahren. Wir haben Musik gehört und uns über die Musikklausuren unserer letzten zwei Jahre lustig gemacht.
Das wars.

Man könnte also sagen ich bin das Abi also relativ entspannt angegangen.
Ich bin auch sehr zufrieden dass ich am Ende einen Schnitt von 2,2 habe, trotz meiner glamurösen 6 Punkte die ich in Mathe geschrieben habe.

Dann weiter im Jahr habe ich wieder mehr Sport gemacht, und die Schule wurde immer entspannter.
Wir alle haben die Tage bis zum letzten Schultag gezählt und kein Lehrer hatte mehr Lust irgendetwas richtiges zu machen.
Dann Anfang Mai war es so weit.
Die letzten Tage Schule waren angebrochen, das hieß: MOTTOWOCHE

Es war unfassbar lustig sich jeden Tag zu verkleiden.
Viel interessanter fand ich allerdings, dass wir alle gesagt haben das wir das alles noch nicht so richtig glauben wollen.
Immer war es der große Traum des kleinen Fünftklässlers eines Tages mit Bierdose im Haar als Assi verkleidet in die Schule zu kommen.
Und dann steht man da selber mit den Assiletten und dem viel zu engen pinken Top und denkt sich

DU hast es tatsächlich geschafftt.

Dann haben wir am letzten Schultag endlich unsere Noten gesagt bekommen und dann war erstmal Party angesagt.
NIE WIEDER SCHULE

Allerdings hielt das nur so lange bis man sich überlegte was noch alles anstand.
ABIball Planung, lernen fürs mündliche ABI, Planung Schweden, Planung Zukunft, Konzert, Jobsuche

Das alles rückte für mich schlagartig in den Hintergrund, als ein Streit zwischen mir und meiner Mutter eskalierte.
Meine Mutter und ich hatten schon seit Monaten sehr große Spannungen. Wegen jeder Kleinigkeit gerieten wir aneinander und es funktionierte einfach nichts mehr.
Das ganze ging dann so weit, dass meine große Schwester sagte, bis hier hin und nicht weiter.

Ich bin dann für ein paar Wochen zu ihr gezogen.
Die Zeit hat mich sehr geprägt.
Ich habe diese Zeit ganz anders wahrgenommen.
Natürlich war ich die ersten Tage sehr aufgewühlt und emotional, weil ich diesen Jahrhundertstreit im Kopf hatte, allerdings wurde ich die nächsten Tage deutlich entspannter.
Ich lernte was ein Zu Hause bedeutet.
Denn in letzter Zeit war ich immer weniger gerne bei mir zu Hause, denn zu Hause bedeutete Streit.

In der Zeit bei meiner Schwester ist viel passiert.
Mehrfach habe ich mit meiner Mutter geredet, um die ganze Situation zu klären, denn ich wollte nach Hause keine Frage, aber nicht wenn alles so bleiben würde.

Das ganze soll jetzt gar nicht so klingen als wäre ich völlig unschuldig, ganz und gar nicht.
Es war einfach so dass meine Mutter und ich so festgefahren waren,  dass wir gar nicht mehr zusammen gepasst haben.
Manchmal braucht man dann in solchen Situationen einfach einen dritten Menschen der objektiv auf die Situation schaut und einem da raus hilft.
Das war in diesem Fall für mich meine große Schwester und ich bin ihr auch unglaublich dankbar dafür.

Dann Anfang Juni waren die mündlichen Prüfungen.
Ich war gerade wieder bei meine Mutter eingezogen, aber das war kein so großes Problem.
Die gingen eigentlich auch sehr entspannt über die Bühne und dann hatte ich es tatsächlich geschafft.
Natürlich hatte ich offiziell noch kein Abitur, aber ich hatte alles getan was ich musste.
Ich hatte bestanden.

Ganz offiziell wurde es dann an der akademischen Feier, an der wir unsere Zeugnisse überreicht bekommen sollten. Alles super feierlich, schön geplant und eigentlich ein toller Tag.
Aber ich wäre ja nicht Ich, wenn ich keine Extraaktion hinlege.

Die akademische Feier sollte an einem Mittwoch sein.
Das Wochenende vorher war ich mit meiner kleinen Schwester und meinem kleinen Bruder bei meinem papa in Berlin. Da ich ja anders als die Kiddies keine Schule mehr hatte bin ich noch ein paar Tage länger geblieben.
Ich hatte meinem Vater gesagt Ich möchte bitte am Dienstag zurück fahren, da ich Mittwoch entspannt angehen will, damit ich sicher und pünktlich bei meiner akademischen Feier bin (nur zufällig der bedeutendste Moment deiner Schullaufbahn). Ich wollte dann eigentlich noch duschen, was schönes zum anziehen raussuchen und mich fertig machen um dann gemeinsam mit meiner Family da hin zu fahren.

Lange Rede kurzer Sinn: Ich fuhr am Mittwoch.
Und natürlich kam es so wie es kommen musste. Schon bei der Abfahrt hatte der bus eine Stunde Verspätung.
Ich -schon etwas aufgewühlt – rufe Mama an und sage es wird knapp. Eigentlich hätte der Bus um 14:30 ankommen sollen, so wohl um 15:30. Das ganze aber erst eine halbe Stunde entfernt von dem schönen Städtchen in dem Ich wohne. Dort sollte die Feier um 17:00 Uhr anfangen.
Wer rechnen kann merkt, knapp aber passt schon.

Naja dann saß ich also in diesem Bus und bin im Kopf durchgegangen wie viele Minuten mir für was bleiben, als dann der Bus zum stehen kam.
„Wir sind am Ende eines kleinen Staus angekommen, mein Navi sagt aber der kostet uns nur 20 Minuten“
Ich – schon fast am heulen – wieder panisch Mama angerufen  „Mama, Mama, wir stehen jetzt auch noch im Stau. Ich weiß nicht was ich machen soll, ich kann am Ende nicht mal mehr duschen“….Schon süß, dass ich mir da noch Sorgen ums duschen gemacht habe.
Meine Mama so cool wie sie ist gesagt, das packen wir schon. Wir suchen dir alles raus und nehmen alles was du brauchst mit.
Gut.

Keine 30 Minuten später
Der Bus fährt von der Autobahn ab.
Manni übers Mikrofon „So meine lieben wir müssen den restlichen Weg einen riesen Umweg fahren, weil vor uns die Autobahn komplett gesperrt ist und irgendwie alles andere auch. Aber jetzt machen wir erstmal eine gesetzlich vorgeschriebene Pause von 30 Minuten. Ich schätze wir kommen so um 17:15 an“

Ich – jetzt endgültig am heulen – wieder Mama angerufen „Mama, Mama, wir stehen hier jetzt an so einer verf****** Raststätte und machen so eine verk***** Pause und dann ist auch noch die besch***** Autobahn gesperrt und wir müssen so einen sch*** verf****** Umweg fahren.
Ich verpasse einfach meine sch*** akademische Feier und bekomme diesen verf***** blöden Zettel nicht in die Hand gedrückt“
Man merkt vielleicht, dass ich etwas aufgewühlt war.

Mama – auch leicht aufgewühlt – „Ja das ist jetzt scheiße. Ich habe dir gesagt fahr am Dienstag“ (sie muss ja irgendwie die Mama raushängen lassen) „Aber jetzt setzt du dich erstmal wieder in den Bus ich setz mich jetzt ans Telefon.

Meine Mama ist Lehrerin an der Schule an der ich war und hatte zum Glück die richtigen Telefonnummern.
Also Schulleiter angerufen – Situation erklärt.
Oberstufenleitung angerufen – Situation erklärt.
Meine Tutorin angerufen – Situation erklärt.

Mich hat sie dann um 17:3o abgeholt und wir sind losgefahren.
Ich habe mich im Auto umgezogen.
Wir kamen dann um 18:00 Uhr an der Schule an und durch die Verlegung meines Kurses war ich „pünktlich“
Ich habe dann doch noch mein Zeugnis bekommen.
Zwar stand ich da, fettiger Dud ungeschminkt und mit einem Gesicht als hätte ich drei Tage nicht geschlafen, aber ich habe mein Zeugnis mit einem breiten grinsen entgegengenommen und danach mit meiner Familie gefeiert.

Kurze Zeit später (im Juli) war dann unser Abiball. Vorher war noch ein bisschen Stress angesagt, weil ich das ganze organisiert habe und auch moderiert habe und zusätzlich noch eine Rede gehalten habe, weil ich Schulsprecherin war…..was habe ich eigentlich nicht gemacht?

Jedenfalls war der Abend unvergesslich. Es war wundervoll in den Abendkleidern zu feiern und es hat auch eigentlich alles sehr schön geklappt.
Ich muss sagen das ganze war ein perfekter Abschluss der ganzen Schulzeit und ich war mega glücklich dass meine Rede so mega gut angekommen ist.

Nur wenige Tage später hieß es für mich bye bye Deutschland.
Es ging für mich und ein paar Freunde nach Schweden.
Fast 6 Wochen lang. 
Ich muss dazu noch einen extra Blogpost machen wenn ich endlich die Bilder davon wieder bekomme (meine SD Karte ist noch irgendwo).
Jedenfalls war Schweden mit die schönste Zeit in meinem Leben.
Wir haben erst eine Backpack Tour gemacht.
Durch die Wildnis und komplett unabhängig von jedem. Falls ihr schonmal bevor ich das alles online stelle einen Eindruck bekommen wollt klickt hier oder googelt kungsleden
Ich habe die Zeit wirklich so unglaublich genossen.
Dann haben wir noch 2 Wochen in einem wunderschönen Haus am See in der Nähe von Stockholm verbracht.
Die restliche Zeit waren wir im Auto oder in Städten in denen wir einen Halt gemacht haben.
Ich vermisse diese Zeit wirklich.

Dann kam ich wieder zurück und habe erstmal entspannt.
Ich habe in den Tag hinein gelebt und wortwörtlich nichts gemacht.
Nach einer Zeit war ich allerdings extrem unzufrieden mit mir selbst.
Tag für Tag habe ich nichts produktives gemacht und konnte auf nichts was ich getan haben stolz sein.
Ich habe angefangen zu überlegen was ich machen will.
Das Problem war, dass ich erst als ich älter war meine Bewerbung zur Lufthansa schicken konnte, also musste ich bis dahin Zeit rumkriegen.
Allerdings sinnvoll.
Ich wollte nicht mehr in der Bar arbeiten in der Ich vor Schweden war, weil die mir nichtmal Mindestlohn bezahlt haben und sonst waren die Arbeitsverhältnisse auch miserabel.

Aber dann fing es an, dass ich richtig genervt von meiner Familie war.
Jedes Mal wenn ich eine meiner großen Schwestern gesehn habe ging es um nichts anderes als meine Zukunft.
Von ihnen und meiner Mutter habe ich fast täglich Standpauken bekommen, dass ich mich endlich mal kümmern müsse und ich den ganzen Tag nichts tue und so in eine miserable Zukunft steuere.
Es hat mich genervt und gleichzeitig verletzt.
Das meine Familie kein Vertrauen in mich hat.
Ich meine ja, es gab die Zeit in der ich nichts getan habe, aber da war das nicht mehr der Fall.
Ich habe mich über so viel informiert.
Über Studiengänge und Unis und verschieden Jobs und Alles.

Das Alles ging so lange bis meine große Schwester mir gesagt hat, sie ist der Meinung ich soll mein eigenes DIng machen.
Es fällt ihr schwer mich einfach so alleine damit zu lassen aber sie unterstützt mich egal was ich mache und ist immer für mich da.
Als ich das gehört habe bin ich fast in Tränen ausgebrochen.
Es hat mir einfach so viel bedeutet.
Und ich meine es geht ja in eine gute Richtung.
Ich bin mitten im Bewerbungsverfahren für Lufthansa, verdiene mein eigenes Geld und mache meine  eigenen Erfahrungen.

Allgemein muss ich noch sagen, dass ich dieses Jahr (ich denke es war Anfang Mai) in einen neuen Freundeskreis gerutscht bin.
Und das war das beste was mir je passiert ist.
Ich habe so unglaublich tolle Freunde gefunden.
Wahre Freunde.
Das ist etwas was mein 2016 auf jeden Fall besonders macht.

Aber ich würde sagen eine weitere wundervolle Sache kam im November.
Mein Blog – bzw Bookstagram
Ich habe diesen Blog hier gestartet und bin damit so unfassbar glücklich.
Ich habe hier und auf INstagram so viele tolle Menschen kennengelernt.
Ich bekomme so oft gesagt, dass Menschen gefällt was ich hier machen.
Leute sagen mir, dass sie meinen Schreibstil toll finden und von meinen Texten begeistert sind.

Jedes Mal wenn ich so etwas lese, steigen mir die Tränen in die Augen (#emotional)
Ich kann es immernoch nicht fassen, dass das was ICH tue ANDEREN gefällt.
Und dann auch noch so gut.
Ich kann nur sagen, dass war die beste Entscheidung diesen Blog zu starten.
Diese Menschen die ich jetzt zu meinen Freunden zähle, mit denen Ich täglich schreibe -oder minutenlange Sprachnachrichten mache (hi Vani) – machen mein 2016 besonders.

Ich kann euch dafür gar nicht genug danken.

Dann kam Weihnachten
Es war wunderschön, die Zeit mit meinen liebsten und meiner ganzen riesigen Familie zu verbringen.

Ich weiß selbst, dass ich oft von einem Thema oder Ereignis zum nächsten gesprungen bin, als ich von meinem 2016 berichtet habe, aber ich muss sagen genau das zeigt mir wie viel passiert ist und was ich alles erlebt habe.

Für mich war dieses Jahr sehr besonders, da so viele wirklich große Dinge passiert sind.
Und für mich kann ich sagen ich bin sehr zufrieden wie mein Jahr gelaufen ist.

Ich bin glücklich und dankbar für so ein tolles Jahr und danke allen , die mein 2016 noch ein kleines bisschen schöner gemacht haben.

Denn so konnte ich meine Erfahrungen sammeln und weiter an allen aufgaben wachsen die mir gestellt wurden.

DANKE 2016

 

Eure Neomi

 

 

Ach und bevor ich es vergesse
Wie war euer 2016 denn so?